Die Anfänge

Auch wenn die Einwanderung von einzelnen deutschen Familien sich bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen lässt, ist von konkreter evangelisch-kirchlicher Aktivität erst Anfang der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts zu reden. Bis dahin waren es vor allem durchreisende Pfarrer bzw. auch der Pfarrer aus Guatemala, die bei ihren Besuchen Gottesdienste feierten und Taufen und Trauungen vollzogen.

Aufbruch

Nach dem zweiten Weltkrieg stieg die deutschsprachige Einwanderung stark an, ebenso auch die zeitlich begrenzte Präsenz von Auslandsdienstkräften z. B. von Firmen, der deutschen Schule und anderer Institutionen. Damit wuchs gleichzeitig der Wunsch nach regelmäßiger und verlässlicher evangelisch-pastoraler Präsenz.

Der erste Schritt dazu war die Gründung einer festen eigenen Gemeinde, die mit einer Versammlung im August 1955 verwirklicht wurde. Durch Kontaktaufnahme zu anderen lutherisch-kirchlichen Institutionen kam es 1958 dann zur Entsendung von Pfarrer Fred Wolf von der US-amerikanischen lutherischen Missourisynode, mit dem der Reigen des festen pfarramtlichen Dienstes in der Gemeinde in San José begann.

Durch die Entsendung des ersten EKD-Pfarrers verband sich mit der Pfarrstelle in Costa Rica auch das Reisepfarramt der EKD in die Nachbarländer Nicaragua, Honduras und Panama. In den ersten Jahren wurde auch noch San Salvador betreut.

Konsolidierung

Seit den 70er Jahren ist die Gemeinde dann beständig gewachsen. Die Gottesdienste wurden in der Regel im Wohnzimmer der Pfarrwohnung im Stadtteil Los Yoses gefeiert. Bei größeren Anlässen war die Gemeinde auch in der anglikanischen Schwesterkirche Kirche Good Shepard zu Gast. Mit verschiedenen Aktivitäten wuchs die Gemeinde immer mehr zu einer eigenständigen Institution deutschsprachiger Kultur in San José.

Kirche und Gemeindehaus

Mit der ersten Pfarrfamilie 1984 wurde die Wohnungs- aber auch die Kirch- und Gemeinderaumfrage aufgrund von Platzmangel akut.
Dank einer großzügigen Einzelspende und durch Hilfe seitens der EKD, sowie des Lutherischen Weltbundes, konnte ein kleines Anwesen im Stadtteil Rohrmoser erworben werden. Die Produktionshalle wurde als Kirchraum hergerichtet, eine anliegende Wohnung bot Platz für die Pfarrfamilie und zunächst auch für die Gemeindearbeit, die z.T. im Wohnzimmer stattfand.
1987 konnte das leere Grundstück mit einem Gemeindesaal bebaut werden, der heute als Kindergarten/Maternal Arche Noah dient.
Weitere Baumaßnahmen folgten in den Jahren 2000 bis 2001 mit der Gestaltung des Eingangsbereiches der Kirche und einem weiteren kleinen Gemeindesaal.

Organisation und Finanzierung

Die Gemeinde ist eine selbstständige Vereinsgemeinde, die als religiöse Gemeinschaft anerkannt ist.
Daher finden monatlich Vorstandssitzungen statt, sowie einmal im Jahr eine Jahreshauptversammlung.
Gegenwärtig hat die Gemeinde ca. 220 Mitglieder.

Die Gemeinde verwaltet sich selbst und ist für die Finanzierung weitgehend selbst verantwortlich. Sie ist dem Vereinswesen Costa Ricas verantwortlich, der Haushaltsplan ist jeweils mit der EKD abzustimmen.

Mit den Mitgliedsbeiträgen und Spenden wird das Gehalt der Pfarrerin, der Erhalt der Gebäude und alle weiteren Nebenkosten finanziert. Die Gemeinde erhält von der EKD eine Entschädigung für den Dienstauftrag der Pastorationsreisen der Pfarrerin in die Nachbarländer, außerdem unterrichtet sie gegen ein geringes Entgelt Ethik am Colegio Humboldt als Ortskraft.

Chronologie der Gemeinde

1958 Einführung Pfarrer Fred Wolff (entsandt von der Missourisynode)
1959 Anmietung des Pfarrhauses und Einweihung der Hauskapelle
1961 Einführung von Pfarrer Joachim Kobelius (entsandt vom Luterhischen Weltbund (LWB))
1962 Erster Gemeindebrief
1963 Aufnahme des Reisepfarramtes für Nicaragua, Honduras, San Salvador, ebenso des Religionsunterrichtes an der Humboldt-Schule
1966 Rahmenabkommen mit der EKD
1968 Die Gemeinde wird formell in den LWB aufgenommen
1969 Einführung von Pfarrer Dr. Veit Brügmann
1969 Satzung und offizielle Anerkennung
1981 Einführung von Pfarrer Moser
1984 Einführung von Pfarrer Ulrich Epperlein
1984 Erwerb des Gemeindezentrums in Rohrmoser und erster Ausbau
1985 Festliche Einweihung des Gemeindezentrums "Martin-Luther-Haus“ mit der heutigen Kirche
1987 Abschluss des Erweiterungsbaus (Kindergarten/Einlieger-Wohnung)
1988/89  Pfarrer Ulrich Leube unterstützt die Gemeinde-, Jugend- sowie Seniorenarbeit.
1990 Einführung von Pfarrer Erwin Bäßler
2000 Einführung von Pfarrer René Lammer
2001 Umbau und Neugestaltung des Kircheneingangs
2003 Pfarrvikar Lars Pferdehirt kommt für zusätzliche Aufgaben
2003 Künstlerisch gestaltete Kirchenfenster werden installiert
2008 Einführung von Pfarrer Matthias von Westerholt
2012 Einweihung der neuen Orgel
2014 Einweihung der Glocke
2015 Jubiläum: 60 Jahre Evangelisch-Lutherische Kirche in Costa Rica
2017 Einführung von Pfarrerin Sonja Straub